Osteopathie Carsten Borges

Medizinische Themen

Die medizinische Themenbereiche werden ständig erweitert und aktualisiert. Sie erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, sondern sollen lediglich den interessierten Lesern zur Information dienen.

A | AD(H)S

AD(H)S

sog. Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit oder ohne Hyperaktivität. Mittlerweile leiden Schulkinder in der Schule immer häufiger unter dieser Symptomatik. Bis zu 10 % der heranwachsenden Kinder, Jungen häufiger wie Mädchen. Die Ursachen hierfür werden vielfältig diskutiert. Therapie in der Regel mit Methylphenidat sog. Ritalin, Medikinet etc. oder einem Amphetaminderivat. Die Osteopathie geht von multifaktoriellen Ursachen aus. Grundsätzlich kommt es zu Spannungsveränderungen im Cranialen System, wie z.B. Veränderungen des Cranio- Rhythmus, Spannungen der Dura mater, Falx cerebri/ Cerebelli, Liquorstauungen im Ventrikelsystem. Diese Spannungen wirken sich dahingehend aus, dass es zu hormonellen Veränderungen kommt, die in Folge eine übermässige Serotoninausschüttung auslöst. Mittlerweile können Studien eine Wirksamkeit bei der Behandlung von ADHS belegen. Die Praxis zeigt überdies, dass die Patienten nach den Behandlungen zusehends eine Verbesserung der Konzentration, der Verhaltensauffälligkeiten und der Vitalität aufweisen. Eine Kombination mit Klass. Homöopathie verstärkt die Chancen der Therapie.

B | Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Discusprolaps, vorwiegend in der Lumbalregion, führt zu hochakuten Schmerzsituationen, die über Wochen hinweg anhalten können. Die Symptomatik führt zu Nervenschmerzen, die zu motorischen und sensiblen Störungen sich verstärken können. Bei einem Prolaps kommt es zu einem Austritt des Gallertkerns durch den Faserring der Bandscheibe. Hier kann es zu eine Irritation der Nervenwurzel oder des Rückenmarks kommen. Die Diagnose erfolgt per Bewegungstest oder durch eine radiologische Untersuchung.

In der Osteopathie wird der Patient auf Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen untersucht. Durch individuell angepasste Techniken lässt sich mitunter rasch eine Verbesserung der Schmerzsituation erreichen.. Die Diagnose Bandscheibenvorfall ist häufig nicht die eigentliche Ursache für die Schmerzen des Patienten.

Trotz der Diagnose liegt die eigentliche Ursache der Schmerzen in anderen Bereichen, die sich bei entsprechender osteopathischer Untersuchung sich auch lokalisieren lassen. Die Narbe einer früheren Operation z.B. eines Kaiserschnitts, Blinddarmentfernung kann die statische Situation derart beeinflussen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt zu Bewegungseinschränkungen und in Folge dessen zu Schmerzen kommen kann. Der Prolaps ist hier nur die Folge einer permanenten Schwächung dieses Segmentes. So ist es nicht verwunderlich, dass die Patienten postoperativ immer noch unter denselben Schmerzen leiden wie vor der Operation.

C | CMD

CMD
Craniomandibuläre Dysfunktion - Überbegriff für Beschwerden um das Kiefergelenk. Das Kiefergelenk stellt eine der fragilsten Bereiche unserer Anatomie dar. Sie ist die Achillesferse des Craniomandibulären Systems. Durch Veränderungen der Aufbisssituation auf Grund zu hoher Aufbissflächen ( Inlays, Kronen), psychogener Belastungen etc. kommt es z.B. nachts zu Zähneknirschen. Durch die erhöhte myogene( muskuläre) Spannung entsteht ein Reflex der sich in mannigfaltiger Weise seinen Weg durch unseren Körper bahnt.

Die häufigen Auswirkungen eines CMD sind: Okklusionsstörungen (Funktionsstörungen des Kiefergelenks), Cephalgien (Kopfschmerzen), Trigeminusneuralgien, Clusterkopfschmerzen, Dyssomnie( Schlafstörungen), Unruhe, Durchfälle, Meteorismus( Blähungen), Gastralgien ( Magenschmerzen), Verdauungsstörungen, Cervicobrachialgien (Schulternackenschmerzen), die sich bis in den Bereich der Extremitäten weiterziehen können, in Form von Nervenschmerzen in Ober/Unterarm, sprich z.B. Epicondylitis sog. Tennisellenbogen oder in Form von Karpaltunnelsyndrom im Handgelenksbereich.
Wichtig hier ist die Zusammenarbeit mit einem Zahnarzt oder Kieferorthopäden (siehe unter der Rubrik Praxis), der z.B. mittels Kieferschiene verhindern soll, dass es nachts zu Zähneknirschen oder verstärktem Aufbiss kommt.

K | KISS-Syndrom

KISS- Syndrom
sog. Kopfgelenksinduzierte Symetriestörung bei Neugeborenen.
Diese Symptomatik tritt in Folge von Geburtstraumen oder auch durch Notkaiserschnitt, Saugglocken/ Zangengeburten auf. Während der Geburt kann es im Geburtskanal zu starkem Druck und Drehbewegungen kommen, die den Kopfgelenksbereich der HWS des Neugeborenen stark belasten. Die Folgen einer KISS-Symptomatik sind Unruhe, Schlafstörungen, anomale Schreiphasen, Saug- und Schluckschwäche, Überempfindlichkeit bei Berührung. Aus osteopathischer Sicht wird hier nicht nur auf den Kopfgelenksbereich Einfluss genommen sondern auch auf alle weiteren hier betroffenen Bereiche, z.B. Craniorhythmus, fasciale Spannungen, der gesamte orofasciale Bereich, Schädelstrukturen und seine Asymetrien.

N | Nierenbeckenentzündung

Nierenbeckenentz.
Pyelonnephritis Chron./ akute Entzündungen im Urogenitalbereich sind ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen wie schnell Nierenschmerzen abklingen, wenn diese korrekt behandelt werden. Normalerweise wird hier mit Antibiotika reagiert, mit dem Effekt, dass sich die Entz. nach absehbarer Zeit wiederholen. Das eigentliche Problem einer bakt. Entz. in der Niere ist eine Stase/ Stauung bei der Urinfiltration. Diese Stase wird verursacht durch eine Druckveränderung innerhalb der Fascia renalis, einer bindegewebigen Struktur die die Niere umgibt. Entscheidend hier ist Position und Druck, der durch die umgebenden Strukturen auf die Niere ausgeübt wird.
Dies wirkt sich negativ auf die Filtration und die Durchblutung des Organs aus, mit dem Effekt dass es zu einer bakteriellen Vermehrung kommt, die sich in Form einer Nierenbeckenentz. ausweitet.

S | Schreikinder

Schreikinder

Häufig anzutreffende Situation nach einer Geburt ist das Schreikind, welches trotz aller Bemühungen der Eltern und Hebamme sich nicht beruhigen lässt. Eine Situation mit hohem Stresspotenzial, da eine normale Mutter- Kindbeziehung sich unter diesen Umständen sich nur schwer aufbauen lässt.

Durch die Geburt kann es zu zahlreichen Veränderungen an der kindlichen Anatomie kommen. Häufige Ursache für das Schreien ist erfahrungsgemäss eine Veränderung des intracranialen Drucks im Bereich der Ventrikel und anderen Strukturen des Schädels. Überdies spielt der Nervus vagus keine unbedeutende Rolle, da dieser einen grossen Bereich der Innervation der inneren Organe übernimmt. Durch erhöhte Spannung im Übergang Schädel zur HWS kann es zu einer Irritation dieses 10. Hirnnerves kommen, mit der Folge von Unruhe, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden…